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Zahlen, Daten, Fakten – Der große Olympia-Abschlussreport

Olympia-Abschlussreport-Gewichtheben
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Zehn Tage voller spannender Gewichtheberwettkämpfe liegen hinter uns. Zeit für ein Fazit und jede Menge Zahlen, Daten, Fakten rund um die Wettkämpfe und die Protagonisten der letzten Tage. Zudem ziehen wir einen Vergleich zu den Olympischen Spielen vergangener Jahre und haben dabei eine Vielzahl interessanter Insights für Euch.

China bleibt die dominierende Nation – Acht Medaillen für Europa

Mit acht Mal Edelmetall blieben die chinesischen Athletinnen und Athleten die erfolgreichste Nation im Medaillenranking. Bereits seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney nimmt die asiatische Großmacht Platz 1 der Medaillenstatistik ein und konnte in Tokyo die “Goldbilanz” noch einmal deutlich verbessern. Wurden bei den olympischen Wettbewerben zwischen 2000 und 2016 jeweils fünf Goldmedaillen errungen, so waren es bei diesen Spielen ganze sieben.

Europa verliert gegenüber den anderen Kontinenten an Boden und konnte sich bei den diesjährigen Olympischen Spielen nur eine Goldmedaille sichern. Mit insgesamt acht Mal Edelmetall war es auch hinsichtlich der Medaillenanzahl die schlechteste Medaillenausbeute des europäischen Verbandes bei Betrachtung aller Olympischen Spiele seit der Jahrtausendwende. 

Medaillenspiegel-Gewichtheben-Olympia-Tokio-2020
MEDAILLENSPIEGEL FÜR DAS OLYMPISCHE GEWICHTHEBEN IN TOKIO

Ein nicht unbedingt rein sportlicher Grund für die starke Dominanz der Chinesen, aber auch der schwachen Ausbeute der Europäer, kann im Ausschluss der Nationen Thailand, Malaysia, Ägypten und Rumänien aber auch in der Reduktion der Quotenplätze folgender Nationen gefunden werden:

Mehr als 20 Dopingfälle
(maximal 1 Athlet pro Geschlecht):
Mehr als 10 Dopingfälle
(maximal 2 Athleten pro Geschlecht):
Ausgeschlossen wegen zu vieler
Disqualifikationen:
ROC (40)Bulgarien (19)Thailand
Aserbaidschan (34) Ukraine (18)Malaysia
Kasachstan (34)Usbekistan (17)Ägypten
WeißrusslandTürkei (15)Rumänien
Armenien (21) Moldau (14)
Thailand (20)Indien (13)
Iran (13)
Albanien (11)
Venezuela (11)
Mexico

Nico Müller sorgt für beste Platzierung des BVDG seit 2008

Für das beste Ergebnis seit den Olympischen Spielen 2008 sorgte aus deutscher Sicht der Obrigheimer Nico Müller. Mit Rang sieben in der Gewichtsklasse bis 81 kg war dies die beste Platzierung eines deutschen Athleten seit dem Olympiasieg von Matthias Steiner in Peking. 

Simon Brandhuber auf Rang neun sowie Sabine Kusterer und Lisa Marie Schweizer auf Rang zehn ergänzten die Ergebnisbilanz des deutschen Verbandes. 

Deutsche Gewichtheberfans müssen sich bei dem Wunsch auf Edelmetall weiterhin gedulden und auf den Fortbestand des Gewichthebens im olympischen Programm hoffen. Vor Steiner im Jahr 2008 waren die deutschen Athleten zuletzt 1996 und 2000 erfolgreich, bei den Wettbewerben in Atlanta und Sydney, gab es Silbermedaillen durch Ronny Weller und Marc Huster (jeweils 1996 und 2000) sowie Bronze durch Oliver Caruso (1996).

In Richtung 2024 – sollte das Gewichtheben olympisch bleiben – ist aus deutscher Sicht noch vieles unklar. Offen ist, welche Athletinnen und Athleten ihren Weg Richtung Paris fortsetzen werden. Gerade Lisa Marie Schweizer und Nico Müller wäre eine weitere Teilnahme zu wünschen, zeigten sie doch, welches Potenzial in ihnen steckt und wie nah sie an einem guten Tag einer Medaille kommen können.

War der stärkste BVDG-Athlet in Tokio

Vier Weltrekorde innerhalb der olympischen Wettbewerbe

Der internationale Anti-Dopingkampf scheint sich nun auch in den Ergebnislisten von Tokyo widerzuspiegeln. Im Vergleich zu vergangenen Olympischen Spielen beschränkte sich das Aufstellen neuer Weltrekorde auf nur zwei Athleten. Lediglich der Chinese Zhiyong Shi und der Georgier Lasha Talakhadze konnten neue Bestmarken in ihren Gewichtsklassen erzielen. Wobei gleich drei neue Rekorde auf das Konto Talakhadzes entfielen. 

Blickt man etwas tiefer in die Ergebnislisten, werden noch größere Unterschiede offensichtlich. Hierfür verglichen wir einige Ergebnisse der Weltmeisterschaften 2015 (Vor dem Dopingskandal im Vorfeld der Olympischen Spiele 2016), mit den Ergebnissen aus Tokyo und stellten einige auffällige Entwicklungen fest. 

Da die IWF im Jahre 2018 eine Gewichtsklassenreform vollzog, wurden hierfür die vergleichbarsten Kategorien gegenüber gestellt.

Gewichtsklasse weiblich bis 63 kg (alt) / bis 64 kg
2015 (WM Houston): 259 kg
2021 (OS Tokyo): 236 kg
Potentielle Platzierung der Olympiasiegerin 2021 bei der WM 2015: Rang 7

Gewichtsklasse weiblich bis 75 kg (alt) / bis 76 kg
2015 (WM Houston): 282 kg
2021 (OS Tokyo): 263 kg
Potentielle Platzierung der Olympiasiegerin 2021 bei der WM 2015: Rang 5

Gewichtsklasse männlich bis 62 kg (alt) / bis 61 kg
2015 (WM Houston): 333 kg
2021 (OS Tokyo): 313 kg
Potentielle Platzierung der Olympiasiegerin 2021 bei der WM 2015: Rang 6

Gewichtsklasse männlich bis 69 kg (alt) / bis 67 kg
2015 (WM Houston): 348 kg
2021 (OS Tokyo): 332 kg
Potentielle Platzierung der Olympiasiegerin 2021 bei der WM 2015: Rang 6

Man kann nur hoffen, dass diese beispielhaft angeführten Leistungsentwicklungen auf ein neues Maß der Fairness deuten lassen. Eine Fairness die es allen Sportlerinnen und Sportlerinnen erlaubt, durch die Kombination aus Talent und Fleiß Top Resultate abzurufen und international um Edelmetall mitkämpfen zu können.

Historische Goldmedaillen für Katar und die Philippinen

Für gleich zwei Länder gab es während dieser Olympischen Spiele die ersten Goldmedaillen ihrer gesamten Staatsgeschichte und das im Gewichtheben. Für die Philippinen errang Hidilyn Diaz das erste Gold in der Gewichtsklasse bis 55 kg und wurde dabei über Nacht zur Nationalheldin.

Ihr gleich machte es der Qatari Fares Ibrahim Elbakh alias Meso Hassona. Der 23-Jährige ergatterte in der Gewichtsklasse bis 96 kg die erste Goldmedaille für den Golfstaat.

Errang die erste Olympische Goldmedaille in der Geschichte seines Landes

Kampfrichter und Jury im Fokus vieler Kritiker

Gerade internationale Wettkämpfe im Gewichtheben bieten eine Besonderheit, denn bei diesen Veranstaltungen fordert das Reglement des Weltverbandes IWF neben den drei Wertungskampfrichtern, die Anwesenheit einer mehrköpfigen Jury. Diese hat das Recht, durch einstimmiges Votum die Urteile der Wertungskampfrichter zu überstimmen. 

Die Jury konzentrierte sich während der gesamten Olympischen Spiele hauptsächlich auf die “reglementkonforme” Bestrafung des Nachdrückens und sanktionierte dabei teilweise hart und auch für die Medaillenvergabe nicht unerheblich. Hierfür sollte jedoch keine Kritik an den Personen der Jury, sondern eher am – für Außenstehende – kaum nachvollziehbaren Regelwerk internationaler Gewichtheberveranstaltungen geübt werden. Zum Zeitpunkt des Wettkampfes handelten die Offiziellen nach bestem Wissen und Gewissen und dafür verdienen sie den vollsten Respekt.

Richtig ist aber auch, dass einige Entscheidungen willkürlich wirkten und andere Vergehen, wie beispielsweise die fehlende parallele Fußstellung oder die nicht ruhende Hantel in der Überkopfposition, oftmals nicht sanktioniert wurden. Hier liegt es nun aber am Weltverband die nötigen Schlüsse aus den Geschehnissen zu ziehen und das Gewichtheben für die Zukunft attraktiv aufzustellen.

Das Einführen eines Videobeweises und das Abschaffen der in die Jahre gekommenen Regelung des Nachdrückens wären ein Anfang für die Attraktivität des Sports.

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