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IWF verabschiedet neue Satzung – Bleibt Gewichtheben den Olympischen Spielen erhalten?

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Nach wochenlangen Konflikten haben mehr als 90 Prozent von 133 Nationen auf einem Kongress in Doha für eine neue Satzung des Internationalen Gewichtheberverbandes (IWF) gestimmt. Die Gewichtheber blicken nun zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit der Hoffnung, ihren Sport vor dem Ausschluss aus dem Olympischen Programm zu wahren.

Es war das wohl wichtigste Treffen in der Geschichte des Gewichthebens. Am vergangenen Sonntag sowie Montag kamen die Delegierten des IWF zusammen, um Reformen zu verabschieden, die die Zukunft des Gewichthebens im Programm der Olympischen Spiele sichern soll.

Das IOC um Präsident Thomas Bach hatte deutlich gemacht, dass sich beim IWF grundlegend etwas ändern müsste, damit Gewichtheben Teil des Olympischen Programms bliebe. Sarah Davies, die britischen Vorsitzenden der IWF-Athletenkommission, forderte nach einem persönlichen Gespräch mit Bach, dass der gesamte Vorstand des Internationalen Gewichtheberverbandes zurücktreten solle, ansonsten sei die olympische Zukunft dem Untergang geweiht. Der Sport gehöre seinen Athleten und nicht denen, die ihn regieren.

IOC-Präsident Thomas Bach fordert eine grundlegende Veränderung im IWF, damit Gewichtheben nicht vom Olympischen Programm ausgeschlossen wird. (Imago Images / Xinhua)

Davies warf im Vorfeld des Kongresses einzelnen IWF-Vorstandsmitgliedern vor, in staatlich gefördertes Doping verwickelt zu sein. Sie kritisiert aber nicht nur die Vorstandsmitglieder der “alten Garde”, von denen viele aus “Dopingländern” stammen, sondern sie forderte zudem den Rücktritt aller Mitglieder des Exekutivrats: „Auch die übrigen Mitglieder des Exekutivrats müssen zum Wohle des Sports zurücktreten, wenn das IOC dies fordert.“

Davies prangert IWF-Vorstand an

In einem Brief an das IWF, das IOC sowie alle Athleten und Athletinnen prangert sie den Vorstand des Internationalen Gewichtheberverbandes offen an.

„Zhanat Tussupbekov, Vizepräsident des IWF, kommt aus Kasachstan. Kasachstan ist seit Jahren eine Brutstätte für Dopingverstöße, einschließlich des sehr prominenten Falles von Ilja Iljin. Jose Quinones, ebenfalls Vizepräsident, kommt aus Peru. Peru ist zwar nicht in Dopingskandale verwickelt, aber Herr Quinones wurde von seinem eigenen Land wegen Korruption und Misswirtschaft gesperrt. Birenda Prasad Baishya, Mitglied des Exekutivausschusses, kommt aus Indien. Indiens Anzahl an Athleten wurde bei den Olympischen Spielen in Tokio wegen Dopings gekürzt. Maxim Agapitov, Mitglied des Exekutivausschusses, kommt aus Russland. Russland ist seit langem eine Bastion des Dopings, einschließlich eines Skandals, der die gesamte Sportwelt bei den Olympischen Spielen in Sotschi erschütterte. Shakhrillo Makhmudov, Mitglied des Exekutivausschusses, kommt aus Usbekistan, einem Land, das wie Indien in Tokio aufgrund von Dopingverstößen mit einer geringeren Anzahl von Hebern antrat.“

“Diese Organisation kann sich nicht glaubwürdig mit Anti-Doping-Belangen befassen, solange eine dieser Personen im Vorstand sitzt – oder überhaupt teilnehmen darf“,

machte Davies in ihrem Brief deutlich.

Sarah Davies fordert, dass der gesamte IWF-Vorstand zurücktritt. 

Neue Satzung sieht Änderungen vor

Die warnenden Worte scheinen angekommen zu sein. Die sich bekriegenden Fraktionen des IWF legten ihre Differenzen bei einem Kongress in Doha größtenteils beiseite. Die neue Satzung gibt den Athleten und Athletinnen nun ein bedeutendes Mitspracherecht in der Art und Weise, wie der Gewichthebersport geleitet wird, unterstützt die Gleichstellung der Geschlechter sowie eine unabhängige Aufsicht.

Ein weiteres Hauptthema des Kongresses, auf das der IOC einen besonderen Wert legte, war die Wählbarkeit von Exekutivratsmitgliedern. Doch die Reform, die die Wahlkriterien durch eine Altersgrenze für die Kandidaten zu verschärfen versuchte, scheiterte an einer einzigen Stimme. Eine andere wichtige Änderung, die von British Weightlifting (BWL) vorgeschlagen wurde, fand aber ihren Weg in die Satzung. Diese besagt, dass Kandidaten, die nicht von ihrem eigenen nationalen Verband unterstützt werden, nicht in den Vorstand des IWF gewählt werden dürfen. Dies dürfte zum Beispiel verhindern, dass der britische IWF-Interims-Präsident Mike Irani zur Wiederwahl antreten kann.

Zudem erhalten laut der neuen Satzung die Athleten und Athletinnen drei Sitze im IWF-Vorstand, zuvor hatten sie keinen einzigen besessen. Zudem werden nun mindestens 30 Prozent der gewählten Positionen mit Frauen besetzt und Fragen der Ethik werden unabhängig vom IWF-Vorstand überprüft – weitere Schritte, die das IOC begrüßen wird.

In einem weiteren Punkt der neuen Satzung ist festgehalten, dass nationale Verbände mit einer hohen Zahl von Dopingfällen ab sofort keine Vertreter in den Vorstand entsenden dürfen. Im derzeitigen IWF-Vorstand stammen sieben Mitglieder aus Nationen, die wegen mehrfacher Dopingverstöße für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gesperrt oder deren Athletenquoten reduziert wurden.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Phil Andrews, CEO von USA Weightlifting, begrüßte das Ergebnis von dem Kongress in Doha und sprach von dem „größten Schritt in der Geschichte des Sports“. Er führte weiter aus: „Unsere Gemeinschaft hat eine Verfassung angenommen, die eine führende Athletenvertretung, die Gleichstellung der Geschlechter sowie außergewöhnlich strenge Anti-Doping-Kriterien und externe Zulassungskontrollen vorsieht. Nun müssen wir uns als Gemeinschaft erholen und auf den Weg nach vorne konzentrieren – den Weg nach Paris 2024.“

Der IOC-Exekutivrat, der die Befugnis hat, Gewichtheben von den Spielen in Paris 2024 auszuschließen, tagt in einer Woche am Mittwoch, 8. September – neun Tage nach dem IWF-Kongresses in Doha, Katar. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Satzung ausreicht, die olympische Zukunft von Gewichtheben zu sichern, denn ein Termin für den IWF-Wahlkongress steht noch nicht fest. Er wird aber wahrscheinlich in den letzten Wochen dieses Jahres stattfinden. 

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