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Führungswechsel an der Spitze des Deutschen Gewichthebens

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In unserem großen Vorbericht sprechen wir mit dem scheidenden Präsidenten Dr. Christian Baumgartner, seinem potentiellen Nachfolger und beleuchten weitere Änderungen in den Reihen des Bundesverband Deutscher Gewichtheber.

Wenn am kommenden Samstag, den 05.12.2020, der ordentliche Bundestag zusammen kommt, geschieht dies in vielerlei Hinsicht unter besonderen Bedingungen. Neben einer erstmaligen Online-Ausrichtung der Veranstaltung aufgrund der aktuellen Corona-Situation steht vor allem die Wahl eines neuen Präsidenten sowie eine Satzungsänderung im Fokus.

Die letzten 8 Jahre der Präsidentschaft von Dr. Christian Baumgartner waren geprägt vom internationalen Anti-Doping Kampf, aber auch von zahlreichen Veränderungen innerhalb des Verbandes. Mit ihm verlässt ein erfahrener und vielerorts geschätzter Mann den BVDG und macht den Weg frei für Neues. Neuem hatte sich Baumgartner jedoch nie verschlossen, sodass die Messlatte für potentielle Nachfolger sicher hoch hängt.

Telefonisch sprach unsere Redakteurin Ornella mit Dr. Christian Baumgartner über seine Zeit als Präsident, prägende Ereignisse und die Zeit “nach dem Gewichtheben”.

Ich war nun mehr als 20 Jahre im BVDG tätig – davon 12 Jahre als Vizepräsident für Finanzen und Verwaltung sowie die letzten 8 Jahre als Präsident. Viele meiner Missionen wie der Antidopingkampf, aber auch den Leistungssport im Verband unabhängig auszugliedern, haben sich erfüllt oder sind auf einem sehr guten Weg. Somit kann ich guten Gewissens den BVDG in jüngere Hände abgeben.

Bundesverband Deutscher Gewichtheber
Dr. Christian Baumgartner führte 8 Jahre lang den Bundesverband Deutscher Gewichtheber. International engagierte er sich wie kaum ein anderer für den Anti-Doping-Kampf.
Bildquelle: Privat

Als kleinen Tipp für seinen Nachfolger hat Baumgartner noch etwas parat. “Verband kommt von Verbundenheit – das sollte man niemals vergessen.”

In dieser langen Amtsperiode voller Engagement und Leidenschaft für das deutsche Gewichtheben sind einige Ereignisse sowohl positiv wie auch negativ in Erinnerung geblieben. Zum Einen sagt Dr. Baumgartner, dass das Gewichtheben durch die lang anhaltenden korrupten Strukturen sehr gelitten hatte. “Es hat sehr viel Mühe und Kraft gekostet, da etwas zu ändern.” Doch alles Schlechte hat auch etwas Gutes an sich. “Es hat sich gezeigt, dass es immer wieder lohnenswert ist, sein Wort zu ergreifen, sich vielleicht auch erst mal etwas unbeliebt zu machen, aber das Ziel nie aus den Augen zu verlieren.”

So sei es ihm gegönnt, dass er sich nun voll der Arbeit als Geschäftsführer des Milchprüfrings widmen kann und alles, was zeitlich die letzten Jahre auf der Strecke geblieben ist, wie Sport treiben und reisen, sobald es denn wieder möglich ist, ausnahmslos zu genießen.

Dem Gewichtheben wird Dr. Baumgartner dennoch treu bleiben. “Wenn man etwas 20 Jahre mit purer Leidenschaft betrieben hat, streicht man es nicht einfach aus seinem Leben. Das Gewichtheben liegt mir am Herzen und so werde ich weiterhin die Entwicklung verfolgen und stehe natürlich auch immer gerne mit Rat & Tat zur Seite, sofern diese denn gebraucht werden. 

Auch wenn die Wahl erst am kommenden Samstag stattfinden wird, lässt die Kandidaten-Frage nicht viel Raum für Spekulationen. Für das höchste Amt im Deutschen Gewichtheben kandidiert zwar nur ein Mann, der von seiner Qualifikation her jedoch ganz sicher als Nachfolger Baumgartners gelten kann. 

Mit Florian Sperl kommt der Präsidentschaftskandidat wiederum aus einem der stärksten Landesverbände, dem BGKV. Dort war Sperl die letzten 4 Jahre als Vizepräsident “Sport” aktiv und setzte bereits einige positive Akzente. 

Auch hier unterhielt sich Redakteurin Ornella mit dem aussichtsreichen Kandidaten. 

Getreu dem Motto seines Vorgängers steht auch Florian Sperl für eine gemeinsame und geschlossene Arbeit im Verband.

Ich betreibe Gewichtheben nun schon seit 2004. Habe in der 2. Bundesliga gehoben, war 2x Bayerischer Meister und habe an einigen Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Gewichtheben ist meine Leidenschaft und deswegen wollte ich mich gerne sport-politisch engagieren, um möglichst viel bewegen zu können.

Dem Präsidentschaftskandidaten Florian Sperl (Instagram: @flo.sperl) liegt das Gewichtheben im Blut. Er engagiert sich seit mehreren Jahren auf Landesverbandsebene und ist auch politisch in seiner Heimatgemeinde Egling aktiv.
Bildquelle: Privat

Sperls Ziele sind es, eine gute Informationspolitik mit den Landesverbänden zu betreiben und so wie sein Vorgänger auch für einen sauberen und fairen Sport einzustehen. Weiterhin sollen Lösungen für entstandene Problematiken durch die Corona-Krise gefunden werden. “Mir ist es wichtig, die Vereine zu unterstützen, auf Förderungen aufmerksam zu machen und zu helfen. Außerdem müssen für die Sportler alternative Wettkampfplattformen geschaffen werden, z. B. durch Online-Streaming. Dass so etwas funktioniert, haben wir bei dem IWF Youth World Cup gesehen.”

Das oberste und mitunter wichtigste Ziel ist aber der Verbleib des Gewichthebens im olympischen Programm. “Das ist das, was unsere Sportart verdient und dafür werde ich mich starkmachen und engagieren, wo es nur möglich ist.”

Aber auch in weiteren Ämtern kann und wird es zu Veränderungen kommen. So kandidiert gegen den bisherigen Vizepräsident Finanzen, der Bremer Steuerberater Wilfried Hagedorn.

Der bisherige Vizepräsident Sport, Alexander Meinhardt-Heib legt ebenfalls sein Amt nieder. Als Nachfolger wird hier der langjährige Aktivensprecher und Weltklasse-Athlet Jürgen Spieß kandidieren. Neu in den Vorstand berufen werden soll Spieß’ Nachfolger in der Funktion als Aktivensprecher. Hier wurde bereits im Kreise der Athletinnen und Athleten abgestimmt. Die Wahl fiel auf den Rodinger Simon Brandhuber, seiner Ernennung muss noch durch eine entsprechende Satzungsänderung zugestimmt werden. Mit dieser personellen Neuerung reagiert der Verband einerseits auf die internationale Diskussion nach mehr Beteiligung der aktiven Athletinnen und Athleten, andererseits aber auch auf die Forderungen der PotAS-Kommission. Diese forderte im Zuge der Leistungssport-Reform ebenfalls eine stärkere Beteiligung der Athleten-Vertretungen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das neue Präsidium gegenüber dem alteingesessenen Sportdirektor Frank Mantek positionieren wird. Mantek führt den Leistungssport nach Ausgründung des Leistungssports Bereichs, quasi unabhängig von Entscheidungen des Vorstandes. Diese Struktur ist im Rahmen der Leistungssport-Reform von Seiten des DOSB und des Zuwendungsgebers (des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat) durchaus begrüßt worden, bringt mit der Personalie Mantek aber auch kritische Stimmen innerhalb des Verbandes zum Vorschein.

Das Jahr 2021 bringt für das Deutsche Gewichtheben sicherlich eine Vielzahl von Veränderungen mit sich. Wie sich das neue Führungsteam etablieren wird, hängt sicherlich auch von der weiteren Situation der “Corona-Pandemie” und deren Auswirkung auf die Vereine ab.

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