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Exotische Gewichtheber:Innen bei den Olympischen Spielen in Tokio

Enzo-Kurwoge
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Oftmals haben diese Athlet:Innen keine Chancen auf eine Medaille, dennoch beenden sie die Wettbewerbe als Sieger:Innen der Herzen. Für die Exoten bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio heißt das Motto nicht immer nur „Dabei sein ist alles“. 

Die Geschichte von Cyrille Tchatchet II begann 2014, als er als damals 19-Jähriger nach seinem fünften Platz bei den Commonwealth Games in Glasgow aus dem Teamcamp flüchtete, weil er sich nicht sicher genug fühlte, in sein Heimatland zurückzukehren. So fand sich der Kameruner kurz darauf auf den Straßen in Brighton wieder, wo er ohne Geld und eine Unterkunft unter einer Brücke schlief. Selbstmordgedanken gingen Tchatchet zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf, doch so weit ließ er es zum Glück nicht kommen. Er sah die Telefonnummer der Samaritans – einer Wohltätigkeitsorganisation, die Menschen in emotionalen Notlagen unterstützt, und meldete sich dort. Der gebürtige Kameruner wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen und in ein Abschiebezentrum in Dover verlegt.

Seine physische Gesundheit verbesserte sich, als sein Asylverfahren voranschritt. Der Arzt, den Tchatchet aufsuchte, verschrieb seinem Patienten wieder mit dem Sport anzufangen – und das sollte die Rettung des Teenagers werden. In einem lokalen Verein begann er wieder zu heben und so dauerte es nicht lange, bis er an britischen Regionalmeisterschaften teilnahm. Es folgten Erfolge wie britischer Meister in den Gewichtsklassen bis 94kg und 96kg sowie einige nationale Rekorde. Zur Belohnung bekam Tchatchet vom Internationalen Olympischen Komitee das „Refugee Athlete“-Stipendium und wird nun für das IOC Refugee Team für die Olympischen Spiele in Tokio antreten.

Cyrille Tchatchet hebt bei den Olympischen Spielen in Tokio für das IOC Refugee Team. 

Neben seiner sportlichen Karriere als Weightlifter begann er eine Ausbildung zum Krankenpfleger für psychische Erkrankungen, um andere zu rehabilitieren, die ein ähnliches Trauma wie er selbst erlitten haben. „Einfach nur Sport zu treiben, hat es mir ermöglicht, grundsätzlich mit dem Denken aufzuhören”, sagte er über die Rückkehr zu seinem Hobby, das ihn am glücklichsten macht. Und was Tchatchet besonders viel Glück bringt vor einem Wettkampf? Am Abend davor isst er Sellerie und nimmt ein heißes Bad.

Gewichtheben wo andere Urlaub machen

Eigentlich trat Hanitra Roilya Ranaivosoa aus Mauritius im Taekwondo an, doch da es bei den „Indian Ocean Island Games“ in Victoria, Seychellen, zu wenig mauritische Gewichtheberinnen gab, wechselte sie kurzerhand die Sportart und stand plötzlich auf der Plattform. Diese Entscheidung sollte sich als gute herausstellen. Bereits bei den vergangen Olympischen Sommerspielen in Rio 2016 war Ranaivosoa mit dabei und belegte dort in der bis 48kg Klasse den neunten Rang.

Hanitra Ranaivosoa
Hanitra Roilya Ranaivosoa aus Mauritius tritt zum zweiten Mal in ihrer Karriere bei den Olympischen Spielen an. 

Eine weitere Athletin, die in ihrem Land beinahe allein in ihrer Sportart ist, ist Yazmin Zammit Stevens. Die Gewichtheberin aus Malta ist die erste weibliche Athletin, die bei einer Olympiade für ihr Land im Gewichtheben teilnimmt. Bis dahin musste die 27-Jährige jedoch einen schwierigen Weg meistern. Vier Jahre nachdem sie mit dem Heben begonnen hatte, warf sie eine Knöchelverletzung aus der Bahn, die sie körperlich auslaugte und sie auch mental mitnahm. Sie war kurz davor ihre Karriere im Gewichtheben zu beenden, doch sie kämpfte weiter und kam zurück. „Es ist okay, zu weinen. Und es ist okay, das Gefühl zu haben, dass man fast aufgeben will“, sagte Zammit Stevens. Die 27-Jährige hat diesen Tiefpunkt in einen Durchbruch verwandelt und hat es nun geschafft Geschichte zu schreiben; sie ist die erste maltesische Frau, die bei den Olympischen Spielen in Tokio hebt (-64kg).

Yazmin Stevens
Yazmin Zammit Stevens musste sich nach einer Verletzung, die ihr sowohl körperlich als auch mental zusetzte, wieder herankämpfen.

Eishockey im Winter, Heben im Sommer

Der Niederländer Enzo Kuworge, bereits im Kindesalter liebevoll Tyson genannt, da er schon in jungen Jahren so stark wie der US-Boxer Mike Tyson gewesen sein soll, ist der einzige Athlet seines Landes, der die Niederlande bei den Olympischen Spielen in Tokio im Gewichtheben vertritt. Eigentlich fand man den 19-Jährigen auf dem Eis wieder, wo er auf Schlittschuhen den Puck ins Tor schoss. Schließlich begab sich Kuworge aber auf die Suche nach einer Sportart, die er auch im Sommer ausüben konnte. Mit seiner Großmutter besuchte er ein Fitnessstudio und entdeckte dort seine Liebe zum Gewichtheben.

Enzo Kurwoge_1
Enzo Kuworge bekam als Kind den Spitznamen Tyson, benannt nach dem US-Boxer Mike Tyson.

Und für diese Liebe investiert der 19-Jährige sehr viel. Sechs Stunden trainiert er unter der Woche täglich, am Wochenende kommen dreistündige Einheiten hinzu und dabei lässt er auch seine Regeneration nicht außer Acht. Um die Belastung auf seine Beine zu reduzieren, macht er so wenig wie möglich zu Fuß und fährt mit dem Fahrrad zu den Trainingseinheiten. Und das hat sich offenbar ausgezahlt. 2018 holte er die Bronzemedaille in Buenos Aires bei den Olympischen Jugendspielen (+85kg) und noch in diesem Jahr errang er Gold bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Tashkent mit 411 Totalpunkten (+109kg). Nun wird Kuworge sein Heimatland auch bei den Olympischen Spielen vertreten und dort angreifen. 

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